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Malteser trauern um Großmeister Fra' Andrew Bertie
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Köln/Rom. Fra' Andrew Willoughby Ninian Bertie, Großmeister des souveränen Malteserordens, ist am Abend des 7. Februar 2008 nach schwerer Krankheit in Rom gestorben.
Mit großer Trauer reagieren die Malteser weltweit auf den Tod 'Seiner Hoheit und Eminenz des Fürsten und Großmeisters des souveränen Malteserordens' wie der offizielle Titel Fra' Andrews lautet, der dem ältesten Ritterorden der katholischen Kirche seit April 1988 als 78. auf Lebenszeit gewählter Großmeister vorstand.
Der Großkomtur des Malteserordens, Bailli Fra' Giacomo della Torre del Tempio di Sanguinetto, wurde als Ordensstatthalter ernannt und wird das Oberhaupt des souveränen Ordens bleiben, bis der neue Großmeister gewählt ist.
"Der Großmeister war ein zutiefst geistlicher Mann und hat den Orden in seiner sehr zurückhaltenden und bescheidenen Art aus diesem geistlichen Fundament heraus sicher geführt und allen seinen Mitarbeitern einen klaren Rückhalt gegeben. In seine Regierungszeit fällt eine starke Erneuerung des Ordens, die ihren Höhepunkt 1997 mit der Verabschiedung einer neuen Ordensverfassung gefunden hat. In den fast 20 Jahren seiner Regentschaft hat der Orden eine bisher ungekannte Ausdehnung erfahren. Überall in der Welt sind neue Ordensassoziationen entstanden, die Zahl der diplomatischen Beziehungen hat sich mehr als verdoppelt und nicht zuletzt fällt in diese Zeit der Aufbau der Ordenswerke in den ehemals kommunistischen Ländern.
| Bei dem Besuch des Heiligen Vaters am zweiten Advent des vergangenen
Jahres im römischen Krankenhaus des Ordens hat dieses Wirken des
Großmeisters eine klare Würdigung durch den Papst erfahren," so
Albrecht Freiherr von Boeselager, Großhospitalier und Mitglied der
Ordensregierung sowie Kanzler der Deutschen Assoziation des
Malterordens.
Andrew Willoughby Ninian Bertie war der erste Brite in der
neunhundertjährigen Geschichte des Ordens. Aus der Familie der Grafen
von Lindsey und Agingdon stammend, wurde er am 15. Mai 1929 geboren. Er
war Schüler der Benediktiner am Ampleforth College in Yorkshire und hat
am Christ Church College in Oxford in Geschichte der Neuzeit
promoviert.
Weitere Studien folgten am Institut für afrikanische und orientalische
Studien an der Universität in London. Von 1948 bis 1950 leistete er
seinen Militärdienst bei den Scots Guards, deren Offizier er 1949
wurde. Nach kurzer Tätigkeit als Wirtschaftsjournalist unterrichtete er
23 Jahre moderne Sprachen (vor allem Französisch und Spanisch) an der
Worth School, dem Lyzeum der Benediktiner in Sussex. 1956 wurde er in
den Malteserorden aufgenommen, legte in der Folge die ewigen Gelübde ab
und wurde 1981 Professritter. Als Mitglied des Souveränen Rates war er
seit 1981 in der Ordensregierung und wurde im April 1988 zum 78.
Großmeister gewählt. Er war Hospitalier des Heiligtums von Lourdes. | 
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Bertie entstammte der gräflichen Familie Lindsay und mütterlicherseits dem einstigen katholischen Königshaus Stuart. Seit 1988 war Bertie der 78. Großmeister als Nachfolger des Fürsten Fra Angelo de Mojana die Cologna.
Der Großmeister des Souveränen Malteser Ritterordens residiert in Rom und ist kirchenrechtlich einem Kardinal gleichgestellt. Er hat den protokollarischen Rang eines Staatsoberhauptes mit dem Anspruch auf die Anrede "Hoheit und Eminenz".
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