Malteser boten Kurs zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen an – Sozial und
christlich engagierter Hilfsdienst bietet vielfältige Jugendarbeit

MENDEN - Leblos liegt der schwere Körper am Boden. Kursteilnehmerin
Laura Semer gibt alles.Doch trotz Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage regt sich nichts.
„Der ist doch jetzt schon lange tot“, bemerkt die junge Frau trotzig.
Die übrigen Teilnehmer des Kurses für lebensrettende Sofortmaßnahmen
lachen und versuchen sich als nächstes an der Maltester-Gummipuppe.Sechs
Stunden lang erlernten neun junge Interessierte am vergangenen Samstag
den richtigen Umgang mit Notsituationen - oder frischten Gelerntes
wieder auf. Während die einen ihr schauspielerisches Talent voll
auslebten und völlig verstört um Hilfe riefen, bevor sie mit den
Sofortmaßnahmen begannen, hatten andere größere Probleme, sich der
Situation zu stellen.
Handanlegen für den Notfall
„Unser Kurs soll in erster Linie dazu dienen, den Teilnehmern die Angst vor Fehlern zu nehmen. Denn wenn der Notfall eintritt, vergessen viele alles, was sie gelernt haben“, so Malteser-Ausbildungsreferentin Christina Mende. „Oftmals gehen Kinder sicherer an solche Situationen heran als Erwachsene.
“Um den Ernstfall so real wie möglich nachzustellen, machte Kursleiterin Susanne Florian ihre Kursteilnehmer mal zu „Gaffern“ am Straßenrand, mal zu helfenden Händen. Sie und rund 25 andere Aktive engagieren sich ehrenamtlich für die Malteser in Menden. Mit einer vergleichsweise hohen Zahl an passiven Unterstützern halten sie die Arbeit für den Hilfsdienst am Laufen. Ohne Bezahlung setzen sie sich ehrenamtlich für Kranke, Alte und Notleidende ein. Ihre Erste-Hilfe-Kurse dienen dabei nicht nur, den Teilnehmern das nötige Papier für den Führerschein auszustellen, sondern zu vermitteln, was zu tun ist, wenn es zu einem Notfall kommen sollte. Ernst - aber trotzdem mit Spaß bei der Sache – geben sie ihr Wissen weiter und fördern auch junge Interessierte.
Jeden Freitag um achtzehn Uhr treffen sich die unter 18-Jährigen in der Körnerstraße 30, um sich fachliches Wissen anzueignen und verschiedene Tätigkeitsbereiche im Hilfsdienst kennenzulernen. Natürlich kommt auch das Vergnügen nicht zu kurz: so steht beispielsweise auch Klettern im Wildwald Voßwinkel auf dem Programm. Letztes Jahr beteiligte sich die Jugendgruppe sogar an einer Haribo-Aktion, bei der Eicheln und Kastanien gegen Süßigkeiten getauscht werden konnten. Was vor den naschenden Fingern der Kinder gerettet werden konnte, wurde dem Mendener De-Cent-Laden gespendet.
Denn gerade der christliche Glaube spielt bei den Maltesern eine wichtige Rolle. Die Beteiligung an der jährlichen Wallfahrt nach Werl ist nur ein Teil des Engagements für den Glauben. Nicht umsonst lautet der Leitsatz des Hilfsdienstes „Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“, dem die Malteser nachkommen so gut es geht. So waren sie auch bei Großveranstaltungen wie der WM oder dem Weltjugendtag vor fünf Jahren eine gern gesehene Hilfe.
(Julius Heinrichs, Hellweger Anzeiger)